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Geflüchtete Menschen beim Begegnungsnachmittag

Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Oberkochen, Ostalbkreis
Geflüchtete Menschen beim Begegnungsnachmittag am 3. Dezember 2016

Kirchengemeinderat, Caritasausschuss und Caritaskonferenz
luden, wie schon 2014, die in Oberkochen lebenden geflüchteten Menschen zu einem Begegnungsnachmittag ein. Diese Einladung wurde gerne angenommen. Vertreter des Landratsamtes Ostalbkreis waren ebenfalls unter den Besuchern. Der 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Thomas Haas, begrüßte die Gäste sehr herzlich und ging dabei auch auf die Bedeutung der Adventszeit und Weihnachten ein. Nach der ersten Strophe des Liedes: „Lasst uns froh und munter sein …“ wurde aus Pfarrer Andreas Macho, begleitet von Erklärungen, die bekannte Persönlichkeit mit Bart, Priestergewand, Mitra und Bischofsstab. 5 Kinder der ausländischen Gäste haben deutsche Adventsgedichte gelernt und trugen diese vor. Natürlich hatte der Nikolaus für alle Kinder eine Geschenktüte dabei. Herzlichen Dank für die anschauliche Darstellung dieser beliebten Heiligengestalt.
Für die Kaffee/Tee-Bewirtung waren Stollen und Hutzelbrot vorbereitet und einige ausländische Frauen ließen es sich nicht nehmen und bereicherten mit ihren mitgebrachten Speisen das Büfett. Für die Kinder waren Möglichkeiten zum Spielen in der Kindertagesstätte St. Michael vorbereitet. Mit gemeinsamen Liedern und Gesprächen verging die Zeit recht schnell.
Wir wünschen uns, dass wir mit diesem Nachmittag auch ein wenig dazu beitragen konnten, dass die ausländischen Mitmenschen in unserer Stadt sich wahrgenommen und beachtet fühlen und dass vielleicht neue Impulse von heutigen Begegnungen ausgehen.
Wir danken allen Gästen, den Betreuern, den Übersetzern, allen Helferinnen und Helfern, den Schülerinnen und dem Schüler des Ernst-Abbe-Gymnasiums, die den Nachmittag u.a. auch musikalisch begleitet haben. Auch ein Dankeschön an die anwesenden künftigen Firmlinge für die gefertigte überlassene Krippe. Mit vielen helfenden Händen konnten diese harmonischen Stunden so zustande kommen.
Wir freuen uns darüber sehr, denn es war uns ein großes Anliegen, wieder einen solchen Nachmittag für unsere ausländischen Gäste durchzuführen.
Irma Zimmermann, Mitglied des Leitungsteams der CkOberkochen

Einführungs- und Vertiefungsseminar für aktive und neue Ehrenamtliche im Marienhospital

Im Marienhospital Stuttgart fand in der Zeit vom 15.04. bis 14.07.2016 ein Einführungs- und Vertiefungsseminar mit sechs Kurseinheiten (ein Wochenende und 5 Abende) für bereits aktive und neue Ehrenamtliche im Besuchs- und Begleitdienst statt. Die insgesamt 17 TeilnehmerInnen (im Alter von 36 und 76 Jahren) setzten sich intensiv und auf persönliche Weise mit unterschiedlichen Themen-bereichen auseinander: u.a. mit dem eigenen ehrenamtlichen Engagement, der Sensibilisierung für die Situationen und Gefühle anderer Menschen sowie dem Erkennen und Respektieren eigener Grenzen und der Grenzen anderer Menschen. Der zweite Kursabend stand unter dem Motto „Wenn Krankheit ein Leben verändert. Der alte Mensch… - Alt=Krank?“ – ein besonderes Augenmerk lag hier auf den Herausforderungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz. Um die eigene Spiritualität ging es an einem Abend unter dem Titel „Im Innersten berührt“. Die TeilnehmerInnen haben sich auf dort eindrücklich auf die Methode Bibliodrama (Der barmherzige Samariter) eingelassen. Auch ganz praktische Übungen u.a. zu Hygiene und Berührung, waren Teil des Kurses.

Die Kursleitung setzte sich aus der Beauftragten für das Ehrenamt und der Bildungsreferentin, Susanne Lutz, dem Beauftragten für vinzentinische Spiritualität, Andreas Rieck und dem Trainer für Palliative Care, Stefan Böck zusammen. Inhaltlich wurde die Kursleitung unterstützt von der Krankenhausseelsorge und Oberärzten aus der Neurologie und Alterstraumatologie.
Mit einem erweiterten Blickwinkel, neuen Impulsen und gestärkt für den ehrenamtlichen Dienst im Marienhospital beendeten die Ehrenamtlichen den Kurs in fröhlicher Runde bei einem kreativ zusammen gestellten Buffet, zu dem alle einen kulinarischen Beitrag geleistet hatten. Anfängliche Bedenken konnten ausgeräumt werden und alle waren sich einig, dass solche Qualifizierungen regelmäßig angeboten werden sollten. Dadurch wird die Qualität ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Krankenhaushilfe gesichert und die Verbundenheit untereinander gestärkt.

Stellvertretend und im Namen aller KursteilnehmerInnen sage ich dem Marienhospital, der Kursleitung und allen Referenten ein herzliches DANKE!

Rosemarie Wurst
Kath. Krankenhaus-Hilfe
Mitglied im CKD-Diözesanvorstand
Rottenburg/ Stuttgart

Bewegende Momente

Gemeindebrief Caritas – Susanne Heine

Alte Menschen haben was zu erzählen. Fast ein ganzes Leben liegt hinter ihnen. Erinnerungen an Momente des Glücks und des Leids. Diese Momente festzuhalten, damit sie nicht verloren gehen, hat sich ein Projekt der Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD) zur Aufgabe gemacht. Susanne Heine, Kirchengemeinderätin in St. Maria und als Ehrenamtliche im Besuchsdienst der Gemeinde tätig, ist mit dabei. Im Oktober 2016 werden die diözesanweiten Ergebnisse des Projekts in einer Abschlussveranstaltung veröffentlicht.

St. Martin, Leutkirch,
Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Jesu Botsachft unsere Grundlage - Ehrenamtliche geistliche Begleitung in St. Martin

Artikel von Frau Gretz, St. Martin, Leutkirch in CKDirekt 3/2015. Die komplette Ausgabe mit interessanten Impulsen und Informationen aus dem Verbandsgeschehen auf Bundesebene sind auf der Homepage der CKD Bundesgeschäftsstelle zum download eingestellt unter http://www.ckd-netzwerk.de/veroeffentlichungen/ckddirektarchiv/2015/

St. Maria, Möglingen,
Dekanat Ludwigsburg

Babybesuchsdienst der Kath. Kirchengemeinde St. Maria

Der Babybesuchsdienst ist ein Begrüßungsprojekt, um junge Eltern und ihre Neugeborenen in unserer Gemeinde willkommen zu heißen.
In einem Glückwunschschreiben der Kirchengemeinde wird den Familien ein einmaliger Besuch angeboten.
Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Kirchengemeinde haben an einer Schulung der Caritas zur Vorbereitung auf diese Tätigkeit im Babybesuchsdienst teilgenommen.
Bei ihrem Besuch überreichen sie den Eltern ein kleines Begrüßungsgeschenk, eine Zusammenstellung von Angeboten der Kirchengemeinde für junge Familien,
hilfreiche Informationen zur Entwicklung des Kindes und weitere Unterstützungsangebote.
Das Angebot ist für die Familien freiwillig und kostenfrei.

CKD-Besuchsdienst St. Jakobus Leutenbach,
Dekanat Rems-Murr

Ein Tag an dem man Besuch bekommt ist ein guter Tag

Ein Tag an dem man Besuch bekommt ist ein guter Tag, wenn sich ansonsten der Nachmittag kaum vom Vormittag unterscheidet, wenn sich das Leben hauptsächlich in einer kleinen Wohnung abspielt und Unternehmungen nicht mehr möglich sind. Ein sehr guter Tag!
Frau L. erwartet mich an diesem sonnigen Frühlingsnachmittag freudestrahlend an der Wohnungstüre ihrer Dachgeschosswohnung, die vom Wohnzimmer aus einen herrlichen Ausblick auf grüne Wiesen und Bäume am Ortsende von Weiler zum Stein bietet. Sie hat sich hübsch gemacht und trägt ein festliches Kleid. Gestern hat sie ihren 92. Geburtstag gefeiert. Ich bringe ihr meine Glückwünsche im Namen unserer Kirchengemeinde und ein kleines Präsent. Sie führt mich ins Wohnzimmer und wir setzen uns gegenüber an ihren kleinen Esstisch. Frau L. erzählt mir, dass sie gestern Abend im Familienkreis mit sieben Gästen aus der Familie gefeiert hat. Sie schwärmt: “Alle hatten sich um den Couchtisch versammelt und es gab leckeren Schweinebraten, den mein Sohn, der Metzger von Beruf ist, für uns zubereitet hat.“ Wir erzählen über Geschehenes am Ort, über eine Bekannte aus unserer Kirchengemeinde, die sie regelmäßig besucht, bis die Rede – wie so oft bei meinen Besuchen – auf die früheren Jahre kommt.
Es wird mir immer bewusst, dass wir gerade in diesen einsamen Zeiten das Gespräch und die Zuwendung von anderen brauchen. Lebensfreude entsteht im Sozialkontakt. Oft sind die Erinnerungen aus einem langen und erlebnisreichen Leben in der Wohnung meiner Besuchten dokumentiert. An den Wänden hängen Hochzeitsfotos von Kindern, Fotos von Enkeln und Urenkeln. Das sind die Momente, in denen die Lebensgeschichten meiner Besuchten aufblitzen und die Augen zum Leuchten bringen: Kriegsereignisse, Flucht, Hunger und Armut – aufwühlende Erlebnisse, die ich mir in den Friedenszeiten Europas nicht vorstellen kann. Ich lerne andere Perspektiven des Lebens kennen.
Frau L erzählt mir, dass sie neulich eine Verletzung am Bein hatte und die Wunde war viele Wochen nicht verheilt. Sie konnte die Wohnung nicht verlassen und das Gehen, das eh‘ schon schwer gefallen ist, musste sie weiter vernachlässigen. Aber jetzt möchte sie sich wieder ganz langsam draußen mit dem Rollator bewegen, wieder ein kleines Stück Freiheit für sich dazugewinnen: „Ich schäme mich nicht, draußen mit dem Rollator zu fahren“, blickt sie mich ganz bestimmt an. Ich erfahre, dass das Leben wertvoll ist, egal unter welchen Bedingungen es stattfindet. Häufig intensiviert sich auch die eigene Freude an meinem Leben, ich schätze den Wert meiner eigenen Gesundheit. Frau L. freut sich, dass ich zu ihr komme und ihr zuhöre, auch wenn es scheinbar wenig zu berichten gibt. Ich bin jemand, der wissen will, ob das Bein noch schmerzt und wie das Essen, das sie jeden Tag von der Diakonie aus Waiblingen geliefert bekommt, schmeckt. Sie erzählt mir, wie organisiert ihr Leben ist – ihre Nichte kommt dienstags zum Putzen und freitags schwärmt sie, kommt die Dame von der Sozialstation zum Badetag, was sie ganz besonders genießt. Sie zeigt mir den Lift in der Badewanne und erklärt mir, wie mühelos alles von statten gehen kann. Ich lasse ihr Raum zum Erzählen, dränge mich nicht in den Vordergrund. Wenn nichts kommt, frage ich nach, erzähle mitunter eine kleine Geschichte oder finde einen Punkt, an dem ich wieder anknüpfen kann. Aber vor allem höre ich zu und genieße, wie sich mein Gegenüber öffnet.
Frau L. erzählt mir von ihrer älteren Schwester, die seit kurzem in Winnenden im Pflegeheim bei der kath. Kirche untergebracht ist. Ihrer Schwester geht es viel schlechter als ihr, bemerkt sie: „Sie erzählt manchmal ganz wirre Dinge“ und Frau L. amüsiert sich ein wenig über die merkwürdigen Geschichten. Gleichzeitig erzählt sie stolz, dass sie selbst versucht, ihren Geist fit zu halten, indem sie die Tageszeitung und das Amtsblatt liest und auch Fernsehen schaut. Und plötzlich stößt sie aus heiterem Himmel heraus: “Ich habe keine Angst vor dem Sterben“ und dabei lacht sie mich an, als wäre es etwas ganz Alltägliches und dabei schaut sie mir ganz fest in meine Augen. Das sind die Augenblicke, die mich sprachlos machen und ich bewundere ihren Mut. Hänge ich doch so sehr am Leben und da erscheint mir die Welt mit meinen Alltagsproblemen plötzlich ganz klein und unbedeutend. Es ist nicht einfach mit solchen Gefühlen umzugehen. Aber ich habe gelernt, dass es manchmal reicht, einfach da zu sein und auszuhalten.
Nach über einer Stunde bereiten wir uns auf den Abschied vor. Sie drückt meine Hand ganz fest. Viel zu kurz erscheint da die gemeinsam verbrachte Zeit „Was, Sie wollen schon wieder gehen?“ ist eine Frage, die ich ganz häufig beim Abschied höre. Wenn man jeden Tag in dem mehr oder weniger gleichen Umfeld verbringt und gelernt hat, lange Tage in Abschnitte wie vor dem Essen oder bis zum Kaffee zu unterteilen, muss jeder Besuch zu kurz erscheinen.

Seit ein paar Jahren besuche ich Jubilare unserer Gemeinde und es gefällt mir mein Gegenüber – zumindest während meiner Anwesenheit - aus seiner Isolation herauszuholen. Den Kontakt zu Menschen mochte ich selbst schon immer und es fällt mir auch nicht schwer auf andere zuzugehen. Jeder meiner Besuche ist einzigartig und mein Leben wird dadurch auf so vielfältige Weise bereichert. Der „Dienst am Menschen“ ist eine notwendige und sinnvolle Arbeit und ich werde dafür mit viel Freude und Dankbarkeit beschenkt.

Uli Körber,

Caritasgruppe St. Augustinus in Heilbronn

Besuchsdienste die Freude bereiten

„Endlich kommt mal jemand von der Kirche zu mir“ diesen Satz höre ich immer wieder, wenn ich mich telefonisch bei einem Geburtstagkind in unserer Kirchengemeinde anmelde. Besuchsdienste gibt es in fast allen Kirchengemeinden unserer Diözese , welche die Kirche zu den Menschen bringen, weil diese, warum auch immer, den Weg zur kirchlichen Gemeinde nicht finden könne oder wollen. Seit vielen Jahren besuche ich Menschen der St. Augustinus Kirchengemeinde anläßlich ihres Geburtstags. Zu vielen meiner Geburtstagskinder komme ich schon seit mehreren Jahren. Es kann sein, dass schon der Kaffeetisch gedeckt ist oder ein Gläschen Sekt bereit steht. Viele Menschen wollen aber auch nur über alltägliche Dinge sprechen oder es gibt Themen, die sie persönlich bewegen. Ich bin schon so vielen freundlichen und aufgeschlossenen Menschen begegnet, daß ich die wenigen, die die Tür nicht geöffnet haben, eigentlich vernachlässigen kann. Obwohl ich mir immer Gedanken mache: „Was bringt einen Menschen dazu, nicht einmal einen Geburtstagsglückwunsch entgegenzunehmen“? Gerne denke ich an einen 75-Jährigen, der in seinen Garten ging, eine schöne Rose abgeschnitten hat und sie mir dann überreichte. Anschließend holte er auch noch seine Mundharmonika, um mir zur Freude ein Liedchen zu spielen. Dieses sind wirklich rührende und glückliche Momente. Besonders viel Freude bereiten die vielen interessanten Gespräche und es ist unfassbar, was manche Menschen in ihrem langen Leben alles erlebt haben. Natürlich gibt es auch Frauen und Männer, die schwere Schicksalsschläge einstecken mussten und dennoch ihr Leben mit seelischen Leiden, körperlichen Qualen oder finanziellen Einschränkungen meistern. Diese Besuche berühren ganz besonders und machen betroffen. Einfach nur Zuhören oder ein mitfühlendes Wort kann hier oft schon eine große Hilfe sein.

Ursula Baier, Vorstandsmitglied der Caritas-Konferenzen der Diöseze Rottenburg-Stuttgart und Mitarbeiterin der Caritasgruppe St. Augustinus in Heilbronn

CKD-Besuchsdienstgruppe Oberkochen,
Dekanat Ostalb

Komm, Heilger Geist, der Leben schafft ...

Einige Male im Jahr besuchte ich eine pensionierte Lehrerin, die zu erblinden drohte. Bald schon kannte ich ihre alte Heimat, Schlesien, wie aus der Westentasche. Sie beschrieb mir das Innere der Kirche, den Zusammenhalt der Gläubigen, die kirchlichen Feste und natürlich berichtete sie auch vom schrecklichen 2. Weltkrieg, der Flucht mit ihren Eltern und immer war es für sie wichtig zu betonen: wenn wir den Glauben, unseren Glauben nicht gehabt hätten…. Als sie ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen konnte (sie war auch etwas gehbehindert) siedelte sie in das benachbarte Seniorenwohn- und Pflegeheim in Oberkochen um. Für mich war es selbstverständlich, bei ihr auch dort Besuche zu machen. Am nachhaltigsten war für mich der Besuch (sie war inzwischen blind), an dem sie mich bat, ihr doch die Verse 6 und 7 des Liedes Nr. 241 – Komm, Heiliger Geist, der Leben schafft - vorzulesen mit der Bemerkung: diese weiß ich nicht mehr. Gerne kam ich der Bitte nach, musste den Text ein paar Mal wiederholen. Ich schaute wieder einmal bei ihr vorbei, stellte mich vor und sie erklärte mit Freude: „Ich kann ihnen das Lied nun ganz vortragen, komm beten wir es gemeinsam“. Das war für mich persönlich berührend. Nicht zuletzt deshalb, weil meine verstorbene Mutter zeitlebens viel zum Heiligen Geist gebetet hatte und dies auch so ihren Kindern zu vermitteln versuchte. So hat sich an diesem Tag für mich irgendwie ein Kreis geschlossen.

Ade Blanka, CKD-Besuchsdienstgruppe Oberkochen